Bellen wird oft zu schnell "falsch"bewertet

Warum Bellen so oft falsch verstanden wird

Ein Hund bellt.

Und schon steht für manche Menschen fest, was mit ihm los ist.

Er ist aggressiv. Schlecht erzogen. Dominant. Oder einfach nur nervig.

Doch so einfach ist es nicht.

Bellen gehört zum natürlichen Ausdrucksverhalten unserer Hunde. Es kann warnen, Aufmerksamkeit einfordern, Aufregung ausdrücken, aus Unsicherheit entstehen oder auch mit Frustration und Angst zusammenhängen.

Ein Hund, der am Gartenzaun bellt, muss nicht dasselbe empfinden wie ein Hund, der an der Leine einen Artgenossen anbellt.

Und selbst zwei Hunde, die in derselben Situation bellen, können völlig unterschiedliche Gründe dafür haben.

Trotzdem konzentrieren sich viele Menschen zunächst darauf, das Bellen abzustellen.

Ruhe! Aus! Schluss jetzt!

Dabei wäre es oft viel hilfreicher, erst einmal zu verstehen, warum der Hund überhaupt bellt.

Was ist unmittelbar davor passiert? Wie verhält er sich dabei? Was erreicht er mit seinem Bellen? Und wie reagieren die Menschen darauf?

Natürlich darf und muss Bellen manchmal begrenzt werden. Nicht jedes Verhalten kann einfach hingenommen werden. Doch zwischen einem Hund, der nicht mehr bellen soll, und einem Hund, der keinen Grund mehr hat, in dieser Situation zu bellen, liegt ein entscheidender Unterschied.

Denn wer ausschließlich das Geräusch unterbindet, hat damit noch lange nicht die Ursache verändert.

Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber nachdenken, wie wir unseren Hund möglichst schnell zum Schweigen bringen.

Sondern häufiger versuchen zu verstehen, was hinter seinem Bellen steckt.

Denn Bellen ist nicht automatisch ein Problem.

Manchmal ist es zunächst einmal ein Hinweis darauf, dass unser Hund gerade eines hat.