"Katzen bleiben im Urlaub am besten zu Hause.“
Diesen Satz hört man immer wieder. Und grundsätzlich stimmt es natürlich. Katzen sind häufig sehr ortsgebunden, mögen ihre vertraute Umgebung und reagieren auf Veränderungen mit Stress.
Aber heißt das automatisch, dass es die beste Lösung ist, wenn ein Katzensitter ein- oder zweimal täglich kurz vorbeikommt, Futter hinstellt, das Katzenklo säubert und wieder geht?
Ich sehe das kritisch.
Denn auch Katzen sind soziale Lebewesen. Eine Katze während eines ein- oder zweiwöchigen Urlaubs täglich rund 22 Stunden allein zu lassen, nur damit sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben kann, halte ich nicht grundsätzlich für die tiergerechtere Lösung.
Hinzu kommt ein ganz praktischer Punkt. Was passiert, wenn die Katze plötzlich krank wird, sich verletzt, erbricht, nicht frisst oder sich ihr Verhalten verändert? Bei kurzen Besuchen kann vieles lange unbemerkt bleiben.
Zuhause bleiben – aber mit richtiger Betreuung
Die Betreuung in den eigenen vier Wänden kann eine wunderbare Lösung sein, wenn der Katzensitter wirklich Zeit mit der Katze verbringt. Noch besser ist es häufig, wenn während des Urlaubs jemand zumindest einen großen Teil des Tages dort lebt oder sogar vorübergehend einzieht.
So bleiben Umgebung, Gerüche und Routinen vertraut – und gleichzeitig sind Gesellschaft und Beobachtung gewährleistet.
Und eine Katzenpension?
Auch eine gut geführte Katzenpension kann die bessere Alternative sein.
Natürlich bedeutet sie zunächst Veränderung. Eine fremde Umgebung, neue Gerüche und andere Geräusche. Deshalb sollte eine Pension sehr sorgfältig ausgewählt werden.
Erfahrung, Rückzugsmöglichkeiten, Hygiene, Umgang mit den Tieren und eine gute Beobachtung sind für mich entscheidend. Wenn möglich, kann auch ein kurzer Probeaufenthalt vor dem eigentlichen Urlaub sinnvoll sein.
Manche Katzen kommen mit einer guten Pension erstaunlich gut zurecht, andere überhaupt nicht. Genau deshalb gibt es nicht die eine richtige Lösung für jede Katze.
Nicht der Ort allein entscheidet
Die entscheidende Frage sollte deshalb nicht nur lauten:
„Wo hat meine Katze am wenigsten Veränderung?“
Sondern auch:
"Wo ist sie während meiner Abwesenheit zuverlässig betreut, hat ausreichend soziale Ansprache und wo fällt schnell auf, wenn es ihr nicht gut geht?“
Denn vertraute vier Wände sind wichtig.
Aber sie ersetzen keine Betreuung.