Wie oft sage ich Nein – obwohl mein Hund eigentlich nur Hund ist?
„Nein.“
Nicht da schnüffeln.
Nicht buddeln.
Nicht ins Gebüsch.
Lass das liegen.
Komm weiter.
Im Zusammenleben mit unseren Hunden benutzen wir erstaunlich viele Neins.
Viele davon sind notwendig. Sie schützen unseren Hund, andere Menschen oder Tiere und machen ein gemeinsames Leben überhaupt erst möglich.
Aber vielleicht lohnt sich trotzdem die Frage, wie oft verbiete ich meinem Hund etwas, weil es wirklich notwendig ist – und wie oft, weil sein Verhalten gerade nicht in meinen Alltag passt?
Wenn Hundsein unbequem wird
Hunde schnüffeln, erkunden ihre Umwelt, interessieren sich für Spuren, buddeln oder bleiben an Stellen stehen, die wir längst uninteressant finden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass sie all das jederzeit und überall tun können.
Aber nehmen wir eine ganz alltägliche Situation.
Unser Hund steht beim Spaziergang gefühlt ewig an einem Grashalm.
„Komm, weiter!“
Warum eigentlich?
Weil wir wirklich weiter müssen? Oder weil wir finden, dass jetzt lange genug geschnüffelt wurde?
Grenzen sind wichtig
Natürlich braucht ein Hund Grenzen. Und manche Hunde brauchen sogar besonders viel Orientierung und Unterstützung durch ihren Menschen.
Grenzen können Sicherheit und Schutz bedeuten.
Es geht also nicht darum, unseren Hund einfach alles machen zu lassen, sondern darum, gelegentlich zu hinterfragen, welche meiner Regeln sind wirklich notwendig – und welche bestehen einfach, weil ich es so möchte?
Und vielleicht können wir manchmal auch ein Bedürfnis ermöglichen, statt es nur zu unterbrechen.
Nicht den Garten umgraben – aber an einer geeigneten Stelle buddeln dürfen.
Nicht jeder Spur hinterherlaufen – aber auf einem Spaziergang einmal ausgiebig schnüffeln und erkunden dürfen.
Bedürfnisse ernst zu nehmen bedeutet schließlich nicht, sie jederzeit erfüllen zu müssen.
Es bedeutet zunächst einmal, sie wahrzunehmen.
Probier es einmal aus
Achte beim nächsten Spaziergang darauf, wie häufig du sagst:
„Nein.“
„Weiter.“
„Lass das.“
„Komm.“
Und frag dich zwischendurch: " muss ich das gerade wirklich entscheiden?"
Manchmal lautet die Antwort ganz eindeutig: Ja.
Und manchmal stellst du vielleicht fest, eigentlich könnte ich ihn jetzt einfach lassen. Nicht weil dein Hund alles bestimmen soll. Sondern weil er gerade nichts Falsches macht.
Er ist einfach nur Hund.