Namen rufen, kommen meinen!

Warum rufen Menschen den Hundenamen, wenn sie eigentlich „Komm!“ meinen?

Fast jeder Hundehalter kennt die Situation,man ruft nach seinem Hund – aber statt eines klaren Signals wie „Komm!“ ertönt nur der Name.

„Bello! … Bello!! … BELLOOO!!!“ – und der Hund? Der schaut vielleicht, bleibt aber trotzdem stehen.

Der Name ist kein Kommando.

Der Name des Hundes ist in erster Linie ein Aufmerksamkeits-Signal. Wenn wir den Namen rufen, soll der Hund:

die Ohren spitzen,

sich orientieren,

und verstehen: „Jetzt passiert etwas für mich Wichtiges.“


Aber: Der Name allein bedeutet nicht, was der Hund tun soll. Er weiß nicht automatisch, dass „Bello“ gleichbedeutend mit „zu mir kommen“ ist.

Warum rufen Menschen nur den Namen?

Alltagsgewohnheit: Wir sprechen mit Hunden oft wie mit Menschen. So wird der Name zum Platzhalter für alles – Lob, Ansprache, Ermahnung.

Stress oder Eile: In aufregenden Situationen rufen wir instinktiv den Namen, weil er uns als Erstes einfällt.

Fehlende Klarheit: Viele Halter haben nie bewusst trainiert, dass der Name nur der „Türöffner“ zum Kommando ist – und nicht das Kommando selbst.


Die Folge für den Hund

Für Hunde wird es schnell unklar, was eigentlich gemeint ist.

Mal bedeutet der Name „Komm!“,

mal „Lass das!“,

mal „Schau mich an!“.
So geht die Eindeutigkeit verloren – und der Hund reagiert nicht zuverlässig.


Wie es besser geht

Name = Aufmerksamkeit. Erst den Hund mit dem Namen ansprechen, dann das Kommando geben.
Beispiel: „Bello … komm!“

Klares Signal trainieren: Das Rückrufsignal („Komm!“ oder ein Pfiff) wird separat und bewusst aufgebaut – es muss sich lohnen!

Konsequent bleiben: Den Namen nicht inflationär für alles verwenden, sondern gezielt einsetzen.

Der Hundename ist wichtig – aber kein Kommando.

Wer ihn richtig einsetzt, gewinnt Aufmerksamkeit und kann danach klar sagen, was er vom Hund möchte. So wird aus „Bello?“ kein ratloser Blick, sondern eine sichere Verbindung: Name hören, Aufmerksamkeit schenken, Signal ausführen.