...was wirklich dahinter steckt.
„Er zerstört alles.“
„Er heult stundenlang.“
„Er pinkelt, obwohl er stubenrein ist.“
Alleinbleiben ist kein Trainingsproblem.
Es ist ein Bindungsthema – und oft ein Nervensystemthema.
Viele Hunde im Tierschutz haben Verlusterfahrungen gemacht. Bezugspersonen sind verschwunden. Lebensumstände haben sich abrupt verändert.
Für ein sensibles Nervensystem bedeutet das: Kontrollverlust.
Wenn ein Hund nicht allein bleiben kann, reagiert er nicht trotzig.
Er reagiert panisch.
Man unterscheidet fachlich zwischen:
Trennungsstress (die Bezugsperson fehlt)
Isolationsstress (das Alleinsein selbst ist bedrohlich)
Kontrollverlust (fehlende Vorhersehbarkeit)
Training beginnt nicht mit „Tür zu, Tür auf“.
Training beginnt mit Stabilisierung.
Ein Hund muss lernen: Mein Mensch kommt verlässlich zurück.
Verlassen werden ist nicht gleich verlassen sein.
Das bedeutet: Rituale.
Gleiche Abläufe.
Kein emotionales Drama beim Gehen oder Kommen.
Kein „Ich mach’s nur schnell“.
Alleinbleiben ist Vertrauensarbeit.
Und Vertrauen wächst nicht in Minuten – sondern in Wiederholung.