Eine Adoption ist kein Vertragsabschluss mit Garantie, sondern der Beginn eines gemeinsamen Weges.
Trotz bester Vorbereitung kann es Situationen geben, in denen dieser Weg ins Wanken gerät, gesundheitliche Notfälle, Trennung, Tod, Überforderung oder unerwartete Verhaltensprobleme beim Tier.
Genau deshalb sollte Plan B kein Tabuthema sein, sondern ein fester Bestandteil jeder verantwortungsvollen Adoption.
Ein guter Plan B bedeutet nicht, dass man scheitert – sondern dass man Verantwortung übernimmt. Er beginnt bereits vor der Adoption, mit ehrlicher Selbsteinschätzung, transparenter Beratung und klaren Absprachen mit der vermittelnden Organisation.
Dazu gehören Ansprechpartner, realistische Unterstützungsangebote (z. B. Verhaltenstraining, Nachbetreuung) und vor allem die klare Zusage, dass ein Tier im Notfall nicht „allein gelassen“ wird.
Für Halter bedeutet ein Plan B, frühzeitig Hilfe anzunehmen, bevor Situationen eskalieren.
Für Tierschutzorganisationen bedeutet er, Rückläufer nicht als persönliches Versagen zu bewerten, sondern als Teil eines verantwortungsvollen Systems.
Ein Tier kommentarlos weiterzugeben oder auszusetzen ist kein Plan B – strukturierte Rücknahme, Übergangslösungen oder begleitete Neuvermittlung hingegen schon.
Ein transparenter Plan B schützt alle Beteiligten, das Tier, den Menschen und auch den Tierschutz selbst. Er schafft Vertrauen, senkt Abbruchquoten und zeigt, dass Tierschutz nicht bei der Übergabe endet, sondern langfristig gedacht wird.