Katzen-Schnattern

Warum „murmelt“ oder schnattert eine Katze, wenn sie eine Taube sieht?

Viele Katzenhalter kennen dieses Verhalten:

Die Katze sitzt am Fenster, entdeckt eine Taube oder einen Vogel – und plötzlich beginnt sie leise zu „murmeln“, zu schnattern oder mit den Zähnen zu klappern.

Dieses Verhalten wirkt für uns oft rätselhaft, ist aber völlig normal und tief im Jagdverhalten der Katze verankert.

Aktivierter Jagdinstinkt

Sobald eine Katze potenzielle Beute wahrnimmt, aktiviert ihr Gehirn automatisch das angeborene Jagdprogramm.

Bewegung, Flügelschläge oder Vogelstimmen lösen eine starke Aufmerksamkeit aus. Die Katze fixiert die Beute, ihr Körper spannt sich an – und häufig beginnt das typische Schnattern oder Keckern.

Dieses Geräusch entsteht durch ein schnelles Öffnen und Schließen des Kiefers und ist ein Ausdruck der inneren Jagdspannung.

Aufregung und Frustration gleichzeitig

Besonders bei Wohnungskatzen kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Frustration.

Die Katze sieht die Beute, kann sie aber nicht erreichen – etwa weil sie hinter einer Fensterscheibe sitzt oder der Vogel zu weit entfernt ist.

Die aufgestaute Energie entlädt sich dann in diesem „Murmeln“.

Es ist also eine Mischung aus:

Jagderregung

hoher Konzentration

und der Spannung, die nicht in eine tatsächliche Jagd übergehen kann.

Training für den Jagdbiss?

Einige Verhaltensforscher vermuten, dass das schnelle Kieferklappern eine Art motorische Vorbereitung auf den Tötungsbiss sein könnte.

Ob dies tatsächlich ein „Üben“ des Jagdbisses ist, wird wissenschaftlich noch diskutiert – sicher ist jedoch, dass das Verhalten eng mit dem natürlichen Beutefang verbunden ist.

Ein Zeichen für ein funktionierendes Katzenhirn

Das Schnattern zeigt vor allem eines:

Auch eine Wohnungskatze trägt noch immer das komplexe Nervensystem eines kleinen Raubtiers in sich.

Bewegte Beute aktiviert automatisch die entsprechenden neuronalen Programme – selbst wenn die Katze ihr ganzes Leben lang keinen Vogel fangen wird.

Was Halter daraus lernen können

Wenn Katzen regelmäßig Vögel beobachten, kann es sinnvoll sein, ihnen Jagdersatzspiele anzubieten:

Spielangeln

bewegte Beutespiele

kurze, intensive Jagdsequenzen mit anschließendem Futter

So kann die Katze einen Teil ihrer natürlichen Verhaltensabläufe ausleben.

Fazit:

Das „Murmeln“ oder Schnattern einer Katze beim Anblick einer Taube ist kein seltsames Verhalten, sondern ein natürlicher Ausdruck ihres Jagdinstinkts – eine Mischung aus Aufregung, Konzentration und manchmal auch Frustration.